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08. Mai 2017

Panzer-Geburtsstätte im Mühlental

Die Ausstellung «Mechanisierung der Schweizer Armee» ist eröffnet.

VON CHRISTOPH MERKI

Walter Baumann (l.) ist Projektleiter der neuen Ausstellung. Im Bild mit Oberstleutnant im Generalstab Rico Randegger (M.) und Divisionär a. D. Paul Müller.Bild Evelyn Kutschera

Panzer spielen in der Militärgeschichte eine tragende Rolle. Entsprechend hat das Museum im Zeughaus den mons­trösen und feuerkräftigen Stahlgefährten eine eigene Ausstellung gewidmet. Nicht nur auf Bildern, sondern zum Anfassen und Entdecken stehen in der ehemaligen Stahlgiesserei der Georg Fischer AG im Mühlental 18 Panzer unter dem Motto «Vom Panzerwagen 39 ‹Praga› zum Panzer 68/88» für interessierte Besucher bereit.

Grösstes Beschaffungsgeschäft

Bei der feierlichen Eröffnung am Samstag warf Divisionär a. D. Paul Müller, ehemaliger Planungschef der Armee, einen Blick zurück auf die Geschichte der Panzer. Die erste grössere Panzerbeschaffung der Schweiz beinhaltete kurz vor dem Zweiten Weltkrieg insgesamt 24 Praga-Panzer aus tschechischer Produktion, welche zum Teil in der Schweiz zusammengebaut worden waren. Von heutigen Dimensionen noch weit entfernt, seien diese noch in Aufklärerkompanien eingesetzt worden, wusste Müller.

Erst nach der Indienststellung von 150 Jagdpanzern, sogenannten «helvetischen Hetzern», im Jahr 1947 wurden die ersten drei Panzerbataillone gegründet. Die grösste Rüstungsbeschaffung überhaupt in der Geschichte der Schweizer Armee sei der Kauf von 380 Leopard-2-Panzern für vier Milliarden Franken gewesen – sogar die Beschaffung der F/A-18-Kampfjets hat weniger gekostet.

Als aktiver Stabsoffizier in der Panzerbrigade 11 und ehemaliger Bataillonskommandant bemängelte Oberstleutnant im Generalstab Rico Randegger, dass vielmals bei der theoretischen Betrachtung von Kriegsschauplätzen der Fokus auf Cyberkrieg oder Luftschläge gelegt und die Soldaten vergessen würden. Die unweigerliche Konsequenz sei nämlich immer, dass am Schluss Soldaten Städte zu durchsuchen hätten, wie dies die jüngere Vergangenheit zum Beispiel in Libyen gezeigt habe. «Der heutige Kampf findet im überbauten Gebiet statt», erklärte er. «Der Schutz der Soldaten bei solchen Aktionen steht im Zentrum», daher seien gepanzerte Fahrzeuge wie Schützenpanzer und Kampfpanzer weiterhin unverzichtbar.

In der interaktiv gestalteten Ausstellung wird auf die Geschichte jedes Panzers eingegangen. Gewürdigt wird auch der Ausstellungsplatz. «Hier in der ehemaligen Stahlgiesserei von GF wurden ab 1957 wichtige Teile wie Wannen und Türme der Schweizer Panzer gefertigt», erklärte Walter Baumann, Projektleiter der Ausstellung. Beim Rundgang durch die Ausstellung kämen immer wieder auch Erinnerungen an die eigene Militärzeit hervor, erklärte der ehemalige Panzergrenadier Willi Frei.

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